Hochgeschwindigkeitsbahn Warschau – Posen – Berlin
Im Jahr 2035 soll die Hochgeschwindigkeitsbahn von Warschau über Lodz nach Posen mit einer Abzweigung nach Breslau fertiggestellt sein. Den Planungen zufolge werden Hochgeschwindigkeitszüge von Warschau nach Posen – mit einem Halt in Lodz – eine Geschwindigkeit von 320 km/h erreichen, und die Fahrt wird etwa 1 Std. und 40 Min. dauern. Es gibt Pläne, die Strecke von der Hauptstadt von Wielkopolska über Landsberg/Gorzow nach Berlin zu verlängern. Das polnische Infrastrukturministerium gab bekannt, dass im Februar 2026 polnisch-deutsche Regierungsgespräche über den Verlauf der Hochgeschwindigkeitseisenbahnlinie Posen – Berlin und deren Finanzierung beginnen. Ähnliche Gespräche über den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn von Breslau über Waldenburg/Walbrzych nach Prag werden mit der tschechischen Seite bereits seit über einem Jahr geführt.
Es ist bereits bekannt, dass die Hochgeschwindigkeitsbahn auf polnischer Seite nach dem Verlassen des Eisenbahnknotens Posen auf einer neuen Strecke (völlig neu gebaut) etwas nördlich der derzeitigen Strecke in Richtung Berlin verlaufen wird. Sie wird von Posen nach Landsberg führen und von dort nach Küstrin, wo sie die Oder überqueren und in Deutschland einfahren wird. Die Geschwindigkeit wird 320 km/h erreichen. Auf deutscher Seite wird höchstwahrscheinlich keine neue Strecke festgelegt. Von Küstrin nach Berlin werden die Hochgeschwindigkeitszüge voraussichtlich auf der modernisierten und elektrifizierten, aber bereits bestehenden Linie RB26 (ehemals „Ostbahn“) verkehren. Die Geschwindigkeit dort wird 160 km/h betragen. Die Entfernung von 260 km von Posen über Landsberg nach Berlin wird die Hochgeschwindigkeitsbahn in etwa 1,5 Stunden zurücklegen.
Der Bau der Hochgeschwindigkeitsbahn von Warschau nach Posen und weiter nach Berlin ist mit dem geplanten Umbau des gesamten Eisenbahnknotens Posen und dem Bau eines neuen Hauptbahnhofs in Posen verbunden. Das Gleissystem wird vollständig umgebaut (das derzeitige System stammt aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen). Die Bahnsteige werden spezifische, ihnen zugewiesene Funktionen erhalten – einige werden ausschließlich den Nahverkehr (Posener Metropolbahn - PKM) bedienen, andere den Regional- und Fernverkehr und wieder andere die Hochgeschwindigkeitszüge. Es werden acht Inselbahnsteige (16 Durchgangsgleise) entstehen, und das neue Gebäude des Hauptbahnhofs in Posen wird darüber, auf Straßenniveau, errichtet. Das neue Objekt soll sich durch ein klares Verkehrssystem auszeichnen, das die Bahnsteige mit dem öffentlichen Stadtverkehr in Posen integriert. Der ganzheitliche Umbau des Eisenbahnknotens Posen zusammen mit dem Bau des neuen Hauptbahnhofs wird nach 2030 beginnen, da erst dann eine Finanzierung der Investition aus dem Staatshaushalt, darunter aus dem neuen polnischen Nationalen Eisenbahnprogramm, möglich sein wird.
Die Absicht, eine Hochgeschwindigkeitsbahn von Posen nach Berlin zu bauen, fügt sich in die Verkehrspolitik der Europäischen Union ein. Die EU hat sich das klare Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Der Verkehr ist für ein Viertel der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. Ein Hochgeschwindigkeitsnetz, das den europäischen Kontinent verbindet, könnte eine drastische Senkung der Emissionen ermöglichen. Seit 2024 verkehren Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Paris und Berlin, wobei sie auf französischer Seite die LGV-Est-Linie nutzen und dort eine Geschwindigkeit von 320 km/h erreichen, und auf deutscher Seite mehrere modernisierte und neu gebaute Abschnitte befahren, die eine Geschwindigkeit von 280 km/h ermöglichen. Nach dem Bau der neuen Strecke zwischen Posen und Berlin werden Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Paris und Warschau verkehren können und damit ein bedeutendes Teilstück der sogenannten „Europäischen Seidenstraße“ sein, die ein wichtiges Element des paneuropäischen Hochgeschwindigkeitseisenbahnnetzes bildet. Dies wird jedoch nicht vor 2040 geschehen.